Dharmapala Thangka CentreSchool of Thangka Painting


Restaurierung und Konservierung historischer Thangkas

Unserer Grundsätze für Restaurierungsarbeiten

Thangkas werden traditionell gerollt aufbewahrt und dann für die Präsentation ausgerollt - dies führt mit der Zeit zu Schäden an den Farbschichten und dem textilen Untergrund. Dazu kommen in den letzten Jahren vermehrt Wasserschäden weil die durch den Klimawandel die häufiger vorkommende Regenfälle die gestampften Lehmdecken der Klöster durchdringen.

Bei der Restaurierung und Konservierung von Thangkas, darf der Thangka-Maler nicht auf persönliche Interpretationen zurückgreifen oder sogar von den überlieferten ikonographischen Regeln abweichen. Anderenfalls bestände die Gefahr, dass die grundlegende Bedeutung des Rollbildes verloren geht. Er muss deshalb alle zu restaurierenden Teile des Bildes genau in der ursprünglichen Fassung beibehalten. Die ikonometrische Präzision und ikonographischen Referenzen sind die wichtigsten Grundlagen seiner Arbeit. Die stilistischen Unterschiede, die sowohl aus den verschiedenen Epochen als auch aus den jeweiligen geografischen Ursprüngen stammen, lassen ebenfalls keinen Raum für zufällige Kreationen.

Wenn Sie einen Thangka restaurieren lassen möchten oder Fragen zu Ihrem Rollbild haben, wenden Sie sich bitte an die Restauratorin und Autorin dieses Artikels Anja Lienemann.

Einführung

Ein Thangka ist in seinem ursprünglichen Kontext ein Gebrauchsgegenstand als Meditationshilfe für den Gläubigen. Es besteht zumeist aus einem gemalten Bildteil auf Textil oder Papier und einem textilen Rahmen mit weterem textilen Zubehör wie einem Schleier zur Verdeckung und Bändern bzw. Kordeln. Es wird gerollt und entrollt, transportiert und ist Ruß und wechselndem Klima ausgesetzt.

Daraus folgend können wir ähnliche Schadensbilder an Thangkas beobachten:
Das Gewebe des Malgrundes ist durch Bewegung, Alter und Feuchtigkeit morsch und brüchig geworden, z.T. sind bereits Brüche und Fehlstellen entstanden. Die Malschicht ist mit feinen Haarrissen durchzogen und ist oft partiell abgerieben oder auch schon ausgefallen. Sehr häufig anzutreffen sind auch Wasserränder, Verbräunungen oder andere Farbveränderungen der kostbaren Pigmente.

Zumeist noch stärker in Mitleidenschaft gezogen sind die textilen Komponenten des Rollbildes aus Seide und Metallfäden. Hier finden sich oft große Risse und Fehlstellen in Schleier und Gewebeeinfassung sowie lose Randschnürchen und gerissene Haltekordeln.

Mögliche Maßnahmen

Welche Maßnahmen man zur Restaurierung eines Thangkas ergreift, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Dient das Rollbild dem Gläubigen weiterhin als Meditationsstütze, ist es ein Museumsobjekt oder wird es eher dekorativen Charakter haben?

Möglicherweise beeinflussen die Antworten auf diese Fragen, wie weit eine Restaurierung in das Objekt eingreift, denn es gibt oft verschiedene Lösungsansätze. Einige Leitgrundsätze in der Restaurierung bilden jedoch das Gerüst jedes Konzeptes:

Es soll so wenig wie möglich in die Originalsubstanz eingegriffen werden, d.h. zum Beispiel so wenige originale Nähte wie nötig werden aufgetrennt und es wird kein Originalmaterial entfernt, sondern grundsätzlich erhalten. Die Verfahren zur Konsolidierung sollen weitgehend reversibel sein und die Materialien selbst eine hohe Alterungsbeständigkeit aufweisen.

Unter Beachtung dieser Aspekte wird ein Thangka, das weiter benutzt werden soll, mehr Stütze nötig haben als ein Sammlerstück. Ist jedoch eine Restaurierung in oben genanntem Rahmen nicht mehr ausreichend, muss das Objekt dem Gebrauch entzogen werden.

Ein Thangka, das den Wohnbereich schmücken soll, unterliegt gewissen ästhetischen Ansprüchen. Hier ist besonders Feingefühl gefragt, denn zwischen "alter Substanz erhalten" und "wieder richtig proper" aussehen, können Welten liegen.

Interessant sind diese Punkte, wenn man auf bereits vorhandene Altrestaurierungen trifft wie im Folgenden. Hier muss man abwägen, inwieweit diese Reparatur dem Objekt in der Zukunft schaden kann, denn sie gehört bereits zur Geschichte des Stückes und ist somit erhaltenswert.

Autorin : Anja Lienemann, Textil Restaurierung, Dipl.-Restauratorin [FH]

Konservierung & Restaurierung textiler Kulturobjekte, Zur Höhe 5, 53809 Ruppichteroth, Tel./Fax 02295 901447

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