
Form und Erhaltungszustand lassen bereits auf den ersten Blick auf ein frühes Entstehungsdatum schließen. Eine weiterführende Recherche ist jedoch erforderlich, um eine präzisere zeitliche Einordnung zu ermöglichen.

Wie bereits bei den beiden Tsa Tsas Namasangiti Manjushri und Krodharaja Achala erwies sich auch hier das chinesische Fachbuch »Art of Tsha Tsha from Guge, Tibet« als wichtige Vergleichsquelle. Darin sind mehrere Manjushri-Tsa-Tsas abgebildet, die dem hier gezeigten Exemplar stilistisch sehr nahekommen, jedoch nicht mit ihm identisch sind. Die hier wiedergegebene Abbildung zeigt das Vergleichsstück mit der größten Übereinstimmung.
Sämtliche dort dargestellten Tsa-Tsas folgen einem einheitlichen Stil und werden in das 11. bzw. 12. Jahrhundert datiert. Als Herkunft wird die Ruinenstätte des Klosters Toling im Kreis Zada angegeben und als aus Ton im Abdruckverfahren hergestellte Tsa-Tsas beschrieben.
Ein weiteres Indiz für dieses Alter sind die beiden kleinen Stupas links und rechts neben Manjushri. Auf Tsa Tsas jüngeren Datums findet man diese Darstellung nicht.
Die frühe Entstehungszeit wird auch durch die außergewöhnliche Tiefe von 3,8 cm im Verhältnis zu einer Höhe von 6.4 cm und einer Breite von 6.0 cm gestützt. Vergleichbare große Materialstärken sind insbesondere bei frühen Tsa Tsas aus Westtibet belegt. Die noch relativ massive Ausführung dürfte dabei auch der Stabilität der teilweise tief ausgeformten Reliefs gedient haben. Erst im Zuge der weiteren Entwicklung konnten zunehmend flachere Formen hergestellt werden.
Vor diesem Hintergrund spricht die stilistische Übereinstimmung dafür, auch dieses Manjushri Tsa Tsa in das 11. bzw. 12. Jahrhundert einzuordnen.
| Zurück |