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Tsa Tsa des friedvollen Vajrapani

10. - 11. Jahrhundert !

Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass es sich bei dem vorliegenden Tsa Tsa um den Bodhisattva Avalokiteshvara handelt da seine Darstellung zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem vorliegenden Tsa Tsa besitzt. Tatsächlich zeigt das Tsa Tsa eine äußerst seltene Darstellung eines friedvollen Vajrapani.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden ist das Attribut der linken Hand. Bei Avalokiteshvara müsste dies zwingend eine Lotosblüte sein deren hochgewachsenen Stängel aus dieser Hand sprießt. Ein Vergleich mit einem Avalokiteshvara Tsa Tsa verdeutlicht dies. Oberhalb der linken Hand des Vajrapani ragt im Gegensatz dazu ein schlanker Stupa nach oben. In seiner rechten Hand hielt er ursprünglich einen Vajra [sein deutliches Unterscheidungsmerkmal]. Leider ist der Vajra heute nicht mehr zu erkennen.

Vajrapani ist eine der frühesten und am besten erkennbaren Figuren der buddhistischen Kunst. Er ist dafür bekannt, dass er ein Vajra-Zepter trägt und nach den Mahayana-Sutras ein enger Begleiter des historischen Buddha ist.

Über der auf dem rechten Knie ruhenden Hand, die die Geste des Gebens [Skt.: Varadamudra] darstellen soll, ist eine ungewöhnlich schlanke, hohe Stupa in Form ein Stupa dargestellt. Während eine Körper-Aureole fehlt, gab es wahrscheinlich eine Kopf-Aureole, die nur ansatzweise erahnt werden kann. Eine heute nicht mehr entzifferbare Inschrift ist oben auf der linken Seite angebracht. In seinem Schoß ruhen drei Perlen. Seine rechte Hand trug ein heute ebenfalls nicht mehr identifizierbares Gegenstück [vermutlich der ihm zugeordnete Vajra].

Der friedliche Vajrapani erscheint in der buddhistischen Ikonographie chronologisch vor seiner zornigen Manifestation im 10. Jahrhundert, hauptsächlich in Indien. In Tibet hatte er danach wenig oder gar keine Bedeutung mehr. Hier dominierte [bis heute] seine zornvolle Manifestation. In Indien, dem Ursprungsland, verschwand der Buddhismus ab etwa 1000 n. Chr. Die Religionen Indiens sowie die muslimische Invasion während dieser Zeit ließen den Buddhismus an Bedeutung verlieren. Daher kann Tibet als Ursprung des friedlichen Vajrapani mit seinen indischen Wurzeln ausgeschlossen werden, was einen Ursprung in dieser Zeit eindeutig belegt.

Die 1000 Jahre, die seit seiner Herstellung vergangen sind, haben ihre Spuren hinterlassen. Etwa die Hälfte des ursprünglichen Randes ist verloren gegangen. Außerdem zeigt das Foto starke Verwitterungen. Die Inschrift oben links ist nahezu nicht mehr zu erkennen. Insgesamt hat das Tsa Tsa in seiner jetzigen Form jedoch ein starkes antikes Aussehen und eine authentische Patina

Der Stupa oben rechts ist ein ziemlich sicheres Indiz für das hohe Alter. Auf Tsas Tsa jüngeren Datums findet man dieses Symbol nicht.


EigenschaftWert
Maße: 4.8 x 4.1 x 1.7 cm
Preis: 120 €
Versand: Paketversand aus Deutschland
Material: Gebrannter Lehm
Alter: 10. - 11. Jh.
Hohe Auflösung: Anzeige [0.7 MB, 1751 x 2085 px.]
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