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Milarepa Tsa Tsa [2]

- 1 - - 2 - -3 - Detail Ein Schüler Milarepas Rückseite

Dieses alte Tsa Tsa zeigt den tibetischen Heiligen Milarepa [Tibetan: rje btsun mi la ras pa, * 1040 † 1123] in einer Meditationshöhle mit einer Schädelschale und einem Dreizack, vermutlich handelt es sich um eine tantrische Form.

Über Milarepa sind drei Berge zu sehen. Die Formationen links und rechts von ihm sollen offensichtlich eine schroffe, felsige Bergkette darstellen. In der unteren linken Ecke ist [etwas schwer zu erkennen] einer seiner Schüler mit einer Verehrungsgeste abgebildet. Vor ihm steht ein Tisch mit Opfergaben. Rechts daneben [noch schwerer zu erkennen] sind ein Schaf und ein Tiger dargestellt. Beide lauschen friedlich den Lehren Milarepas.

Milarepa wurde im Westen Tibets in der Provinz Gungthang geboren. Als er sieben Jahre alt war verstarb nach der Überlieferung sein Vater und er und seine Mutter kamen unter die Obhut böse gesinnter Verwandter. Dort wurden sie derart schlecht behandelt, dass seine Mutter ihn zum Erlernen der Kunst der 'Schwarzen Magie' fortschickte, damit er sich anschließend an den Verwandten rächen konnte. Durch die erlernte 'Schwarze Magie' verursachte Milarepa zunächst den Tod vieler Menschen, bereute dies jedoch schließlich und machte sich auf die Suche nach einem Meister, der ihn in der Lehre Buddhas, insbesondere in tantrischer Praxis, unterweisen konnte.

Er traf zunächst den Dzogchen-Meister Rangthön Lhaga, wurde von ihm jedoch, da zwischen ihnen die notwendige karmische Verbindung aus früheren Lebenszeiten fehlte, zu dem Übersetzer Marpa geschickt. Er wurde für Jahre Schüler Marpas. Bei ihm musste er aber zunächst eine entbehrungsreiche Zeit durchstehen. Marpa ließ ihn durch harte Arbeit sein angesammeltes schlechtes Karma 'abtragen'. Danach erst übertrug Marpa ihm die besonderen tantrischen Lehren, die er selbst von Naropa und anderen Meistern erhalten hatte.

Milarepa lebte viele Jahre seines Lebens in völliger Abgeschiedenheit, darunter lange Zeit am Fuße des Kailash, den er der Sage nach als einziger bisher bestiegen hat. Er ernährte sich auf einfachste Weise, praktizierte Meditation und verschiedene tantrische Yoga-Techniken, um letztendlich das Mahamudra zu verwirklichen. Von da an begann er zu lehren und unterwies Schüler. Berühmt sind seine Hunderttausend Gesänge, in denen er seinen Lebensweg und die tantrische Lehre in Versform darlegte. Er soll sie, als Ausdruck seiner Verwirklichung, in Versenkung vernommen und dann wortgetreu aufgezeichnet haben. Milarepas berühmteste Schüler waren Gampopa und Rechungpa.

Er ist auf Abbildungen und Statuen relativ leicht zu erkennen, denn er hält seine rechte Hand hinter seinem Ohr. Er lauscht damit seinen eigenen Gesängen. Einige Autoren meinen, dass es "die Haltung darstellt, in der er seine Verwirklichungsgesänge rezitiert" [Batchelor, 1987, S. 420]. Andere sagen, "dass es darauf hinweisen könnte, wie er den Klängen der Natur lauschte, oder auf seinen Gebrauch von geheimen mündlichen Lehren anspielen könnte, die nicht niedergeschrieben, sondern mündlich von Meister zu Schüler weitergegeben wurden" [Fisher, 1974, S. 26].

Das Tsa Tsa war ursprünglich außerordentlich detailliert ausgearbeitet. Man kann das gut am Oberkörper Milarepas sehen, denn hier sind feine Details seiner Kleidung unverändert erhalten geblieben. Das Tsa Tsa besitzt eine starke Dreidimensionalität. Offensichtlich wurde es viele Jahre in der Kleidung des Besitzers getragen und es wurde zahllose Male berührt. Die erhabensten Teile wie die drei Berge und der Kopf Milarepas wurden im Laufe der Zeit dadurch etwas abgerieben, so dass hier die ursprünglichen Feinheiten nicht mehr zu erkennen sind.

Milarepa Tsa Tsas sind äußerst selten. Generell sind Tsa Tsas mit Abbildungen historischer Persönlichkeiten mit Ausnahme von Buddha Shakyamuni kaum zu finden.

Alter: 19. Jh., evtl. älter


EigenschaftWert
Maße: 7.0 x 5.5 x 1.5 cm
Preis: 185 €
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Material: Gebrannter Lehm
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