< Das Paradies des Padmasambhavas Zangdok Palri Tsa Tsa

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Das Paradies des Padmasambhavas Zangdok Palri Tsa Tsa

- zangs mdog pal ri -

Erkl&auml;rung Vorderseite Seitenansicht R&uuml;ckseite
01. Padmasambhava02. Yeshe Tsogyal
03. Mandarava04. Pupil
05. Avalokiteshvara06. Chöpe La
07. Amitabha11. Dhritarashtra
09. Virudhaka10. Vaishravana La
11. Umfassungs Mauer12. Leichenacker
13. Tchörten oder Stupa14. Sonne
15. Mond16. Dharma Symbol

Hier handelt sich um ein großes, bemaltes Tsa Tsa mit erhabenem Rand, das Padmasambhava [tib.: པད་མ་འབྱུང་གནས ] in seinem Paradies, dem "Glorreichen Kupferfarbenen Berg" [Tib. Zangdok Palri], zeigt. Dieses Paradies ist der tibetischen, von mythischen Konzeptionen geprägten Kosmologie zufolge im Südwesten des heiligen Weltenberges Meru gelegen und besitzt die Gestalt eines alle Vorstellungskraft überschreitenden, dreistufigen Mandala-Palastes. Es bildet einen nur von hoch verwirklichten Tantrikern zu sehenden Bereich, in dem sich auf drei Stufen der Trikaya - die entsprechend der Nyingma-Schule durch Padmasambhava, Avalokiteshvara und Buddha Amitabha personifizierten Ebenen des Nirmanakaya, Sambhogakaya und Dharmakaya - entfaltet. Der helle Rand steht kräftig erhaben um das gesamte Tsa Tsa.

Am unteren Rand sehen wir zwei Leichenäcker, auf denen Leichname als Symbole des Kreislaufs der Wiedergeburten von Geiern und Hunden gefressen werden, auf denen sich aber auch Hilfe versprechende Emanationen des Guru Rinpoche zeigen und auf denen jeweils ein Chörten als Symbol der Erleuchtung steht. Im Zentrum ist ein von Nagas bewohnter See, die Unterwelt, aus der sich der Palast Sangdog Pelri auf dem Kontinent Ngayab Ling über einem Felsen erhebt, in dem Meditierende erscheinen.

Der über den Daseinsbereich der Dakinis bis in den Bereich der Götter reichende Palast ist durch eine Umfassungsmauer, die den heiligen Bezirk vom profanen, mit Bäumen bewachsenen Bereich abgrenzt, gekennzeichnet. Auf seinen verschiedenen Seiten bewachen die vier Weltenhüter [Skt. Digpala, Lokapala], von denen hier allerdings nur drei sichtbar sind, die Palasteingänge. Sie gewähren nur denjenigen Wesen Einlass, die in ihrer spirituellen Entwicklung entsprechend weit vorangeschritten sind. Im Zentrum sitzt der an der Laute erkennbare Dhritarashtra, der Weltenschützer des Ostens, links Virudhaka und rechts Vaishravana als die Weltenhüter des Südens und des Nordens. Virupaksha, den Weltenhüter des Westens, haben wir uns auf der abgewandten Seite des Palastes vorzustellen.

Im Grundgeschoss des Palastes sitzt Padmasambhava auf einem prächtigen Lotosthron in Begleitung seiner beiden Hauptgefährtinnen Yeshe Tsogyel und Mandarava, der Tochter des Königs von Sahor. Jeweils vier verschiedene Figuren zu beiden Seiten des "Kostbaren Lehrers" [Tib. Guru Rinpoche] repräsentieren vermutlich die Schar seiner 25 Schüler. Chöpe Lhamo, Opfer darbringende Dakinis, bereiten ihm ein himmlisches Fest.

Im Obergeschoss sehen wir den vierarmigen Avalokiteshvara in Begleitung zweier Chöpe Lha. Unter dem geschwungenen Dach, das mit einer Ganjira, einem nur auf Klosterdächern platzierten Symbol des Dharma, versehen ist, weilt Buddha Amitabha in Yab Yum, flankiert wiederum von zwei Chöpe Lha. Um den von Sonne und Mond geschmückten Palast schweben Gottheiten, die sich Padmasambhava in seiner zeitlosen Gestalt als Meister des Trikaya zuwenden.

Leichenacker

Es gab im alten Tibet kein Holz für Feuerbestattungen und die Böden waren meist felsig oder gefroren, so dass keine Erdbestattungen möglich waren. In der Mitte sehen wir rechts und links neben Vajrakila zwei sog. Leichenäcker [Nr. 5], auf denen Leichname als Symbole des Kreislaufs der Wiedergeburten von Geiern und Hunden gefressen werden, auf denen sich aber auch Hilfe versprechende Emanationen des Guru Rinpoche zeigen und auf denen jeweils ein Chörten als Symbol der Erleuchtung steht.

Aus tibetisch-buddhistischer Sicht haben Leichenäcker darüber auch Bedeutung für rituelle Aktivitäten der indo-tibetischen Dharma-Traditionen, insbesondere für die Traditionen, die von der tantrischen Sichtweise geprägt sind. Die Vergänglichkeit alles Lebens wurde hier besonders deutlich.

Das große Tsa Tsa zeigt eindrucksvoll, wie der Künstler das Paradies des Padmasambhava als eine Vereinigung der drei Buddha-Körper darstellt. Nur fortgeschrittene Tantriker können dieses "Reine Land" mit den ihm innewohnenden Qualitäten schauen. In seiner innersten leeren Natur ist das Zangdok Palri die Sphäre des Absoluten.

Alter: 19. Jh. - Bhutan

Quelle: 'TSHA-TSHA - Votivtafeln aus dem buddhistischen Kulturkreis' Sammlung Christian H. Lutz, Basel, Schweiz


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Maße: 20.1 x 14.5 x 2.2 cm
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