Songtsen Gampo [tib.: srong btsan sgam po - སྲོང་བཙན་སྒམ་པོ་] war einer der bedeutendsten Herrscher der tibetischen Geschichte. Er regierte vermutlich von etwa 617 bis 649 n. Chr. und gilt als der Begründer des Tibetischen Reiches. Unter seiner Herrschaft wurden zahlreiche Fürstentümer vereinigt und Tibet entwickelte sich zu einer regionalen Großmacht.
Er ist besonders bekannt für:
- Die Einigung Tibets: Er brachte große Teile des tibetischen Hochlandes unter einer zentralen Herrschaft zusammen.
- Die Einführung des Buddhismus: Obwohl die alte Bön-Religion weiterhin verbreitet blieb, förderte Songtsen Gampo den Buddhismus. In der tibetischen Tradition wird er als eine Schlüsselfigur für dessen Verbreitung verehrt.
- Seine Ehen mit der nepalesischen Prinzessin Bhrikuti und der chinesischen Tang-Prinzessin Wencheng, die beide Buddhistinnen waren, spielten dabei eine wichtige Rolle.
- Entwicklung der tibetischen Schrift: Nach tibetischer Überlieferung ließ er Gelehrte nach Indien entsenden, woraufhin die tibetische Schrift entwickelt wurde. Damit wurden Verwaltung, Literatur und religiöse Texte möglich.
- Bau bedeutender Tempel: Ihm werden die Gründung des Jokhang-Tempels und des Ramoche-Tempels in Lhasa zugeschrieben, die bis heute zu den wichtigsten Heiligtümern des tibetischen Buddhismus gehören.
In der tibetisch-buddhistischen Tradition wird Songtsen Gampo nicht nur als König verehrt, sondern auch als Manifestation des Bodhisattva Avalokiteśvara [Chenrezig] angesehen. Historiker unterscheiden dabei zwischen den gut belegten politischen Leistungen und den später entstandenen religiösen Legenden.