Dharmapala Thangka CentreSchool of Thangka Painting


Tibetan Iconography

Frühe Malerein in Zentral Tibet

Technik und Materialien in der frühen zentraltibetischen Malerei

Auszug aus: Geheime Visionen - Frühe Malerei aus Zentral Tibet,
Copyright 1998 by The Metropolitan Museum of Art, New York.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung

Vorwort

Vom Moment ihrer Weihung an waren diese Bilder von Gottheiten bewohnt, die eine Verwirklichung fanden, wenn Gläubige und Initiierte über sie meditierten. Geschaffen aber wurden die Bilder von Sterblichen. Nicht von gewöhnlichen Menschen, sondern von begnadeten Künstlern, die mit den limitierten Materialien ihrer natürlichen Umgebung arbeiteten mit Seide oder mit Holz der Bäume, mit Leinen oder Baumwolle von den Feldern, mit den Farbstoffen und Mineralien der Erde, mit Leim, der als Bindemittel von Tieren gewonnen wurde. Doch unabhängig davon, ob die Bilder vergeistigt oder sinnlich, kräftig oder lyrisch, ruhevoll oder voller Leben sind - die Künstler scheinen keine greifbare menschliche Spur hinterlassen zu haben.

Doch wie auch immer Stil und Datierung eines bestimmten Bildes zu bestimmen sein mögen. Hinter der manchmal von rigid erscheinenden doktrinären und ikonographischen Anforderungen bestimmten Bildoberfläche kommt bei einer sorgfältigen technischen Untersuchung gelegentlich zum Vorschein, wie das Werk hergestellt worden ist und was die jeweiligen Besonderheiten dabei sind. Dies erlaubt einen Einblick in den künstlerischen Vorgang. Sichtbar werden die Freiheit des Ausdrucks in der Vorzeichnung, die selbstsichere Entschiedenheit oder die maßvolle Präzision des Pinselstrichs, die unterschiedliche Konsistenz der Farben, die gelegentlichen Fehler und Versäumnisse oder der Bruch mit den Konventionen - mit einem Wort: die Vorrechte der Kreativität.


Stile und Techniken ...