Dharmapala Thangka CentreIkonographie


Macig Labdrön

Begründerin der Chöd-Lehre

Macig Labdron

Machig Labdrön [auch Ma gcig Lab sgron, tib.: མ་གཅིག་ལབ་སྒྲོན་, ca. 1055–1149] war eine der bedeutendsten weiblichen Meisterinnen des tibetischen Buddhismus. Ihr Name bedeutet etwa »Einzigartige Leuchte aus Lab«, wobei Lab ihre Heimatregion bezeichnet.

So wie auf dem von Ihnen gezeigten Thangka wird Machig Labdrön meist dargestellt als:

Diese Darstellung symbolisiert die Vereinigung von Weisheit und Mitgefühl sowie die Überwindung der Ich-Anhaftung.

Machig Labdrön ist außergewöhnlich, weil ihre Lehre nicht einfach aus Indien übernommen wurde. Die Chöd-Praxis gilt als eine der wenigen großen buddhistischen Lehrtraditionen, die in Tibet selbst entwickelt und später sogar nach Indien zurückübertragen wurde.

Sie ist vor allem als Begründerin der Chöd-Lehre [tibetisch »gCod«, »Durchtrennen«] bekannt. Das Ziel dieser Praxis ist es, die Anhaftung an das eigene Ich zu durchtrennen und dadurch Angst, Ego und Verblendung zu überwinden. Chöd wird traditionell an einsamen Orten wie Friedhöfen, Höhlen oder abgelegenen Plätzen praktiziert, um die eigenen Ängste direkt zu konfrontieren.

Sie verband die Lehren der Prajñāpāramitā [»Vollkommenheit der Weisheit«] mit einer sehr praktischen Meditationsmethode, die bis heute in allen vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus [Nyingma, Kagyu, Sakya und Gelug] praktiziert wird.