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Tibetische Ikonographie

Heruka

Heruka [tibetisch: Wylie: khrag 'thung] ist der Name einer Kategorie von zornvollen Gottheiten, erleuchteten Wesen im Vajrayana-Buddhismus, die eine grimmige Miene annehmen, um fühlenden Wesen zu helfen. In Ostasien werden sie auch Weisheitskönige genannt.

Herukas stellen die Verkörperung von unteilbarer Glückseligkeit und Leerheit dar. Sie erscheinen als Iṣṭha-devatā [tibetisch: Wylie: yi dam] oder Meditationsgottheiten für tantrische sādhanā, die gewöhnlich in einem Mandala platziert sind und oft in Yab-Yum erscheinen.

Heruka repräsentiert zornvolle Bilder mit unteilbarer Leerheit [śūnyatā], Glückseligkeit, Frieden, Weisheit, Mitgefühl [bodhicitta] und Liebe. Herukas repräsentieren das vereinte Bewusstsein, wobei die Leerheit eine Reflexion des "Nicht-Phänomens" oder der Leerheit ist, die "alle Liebe" ist, oder die Beseitigung von Bildern, um die universelle Liebe, Barmherzigkeit und den Mitgefühls-Geist zu erreichen.

Der Sanskrit-Begriff Heruka wurde sowohl ins Chinesische als auch ins Tibetische mit "Bluttrinker" übersetzt, was der Gelehrte Ronald Davidson als "merkwürdig" bezeichnet und spekuliert, dass die nicht wörtliche Übersetzung von einer Assoziation des Begriffs mit Krematorien und "Leichenfeldern" [Sanskrit: śmāśāna] herrührt [die das Blut der Toten aufnehmen]. Zu den Sanskrit-Begriffen für Bluttrinker gehören asrikpa, das ein Sanskrit-Wort für Blut [asrik] widerspiegelt, und raktapa, raktapayin oder rakshasa, abgeleitet von einem alternativen Wurzelbegriff für Blut [rakta]. Im Gegensatz zu den chinesischen und tibetischen [Tratung, wylie: khrag 'thung] Begriffen, die zu seiner Übersetzung verwendet werden, bedeutet der Sanskrit-Begriff heruka nicht wörtlich Bluttrinker, obwohl die Tatsache, dass er als solcher in zwei anderen Sprachen wiedergegeben wurde, stark auf eine entsprechend indisch interpretierte Etymologie hinweist.

Quelle: Wikipedia