Dharmapala Thangka CentreIconographie


Tibetische Ikonographie

Citipati

Citipati

Die beiden Citipati sind Beschützergottheiten oder Dharmapalas im tibetischen Buddhismus. Sie bestehen aus zwei skelettartigen Gottheiten, einer männlichen und einer weiblichen. Beide werden wild tanzend mit ineinander verschlungenen Gliedmaßen in einem Halo aus Flammen dargestellt. Die Citipati werden sowohl als zornvolle Gottheiten, als auch als wohlwollende Beschützer von grimmigen Erscheinungen angerufen. Sie sind Beschützer der Friedhöfe.

Der Tanz der Citipati wird in Tibet zweimal jährlich zelebriert. Die Citipati sollten nicht mit den Skelett-Tänzern der tibetisch-buddhistischen Cham-Tanz-Tradition verwechselt werden.

Legende

Die Citipati waren ein Paar von Asketen, die in der Nähe eines Friedhofs meditierten. In ihrem tiefen Zustand der Meditation bemerkten sie einen Dieb nicht, der sich an sie herangeschlichen hatte. Der Dieb enthauptete sie und warf sie in den Schmutz, woraufhin sie die nächste Stufe der asketischen Praktiken erreichten. Wütend über die Tat schworen die Citipati dem Dieb Rache und wurden so zum Erzfeind von Dieben und anderen Verbrechern.

Die Citipati können ihre Friedhöfe nicht verlassen. Sie können nur Diebe ergreifen, die ihn durchqueren. Während sie auf Verbrecher warten, vertreiben sie sich die Zeit mit Tanzen und Blasen von Hörnern, ein Ritual, das von tibetischen Mönchen zweimal im Jahr nachgestellt wird. Ihr Tanz dient auch als Symbol für Tod und Wiedergeburt, denn die Citipati bestehen aus beiden Hälften des menschlichen Körpers, dem männlichen und dem weiblichen, und ihre skelettartige Form erinnert an die Vergänglichkeit des Lebens und den ewigen Wandel.