Der Bodhisattva Vajrapani tibetisch Phyag na rDo rje
 

Vajrapani [tib.: "Phyag na rDo rje"] ist eine komplexe Gottheit, die in verschiedensten Manifestationen auftritt. In den frühen buddhistischen Schriften taucht er als Begleiter des Buddha auf. In der Sakralkunst Tibets ist er ein Bodhisattva, der daran zu erkennen ist, dass er einen Vajra [tib.: Dorjee] in der rechten Hand hält. Meist begegnet man ihm in seiner zornvollen Erscheinungsform, in der er ein machtvoller Beschützer und Beseitiger von Hindernissen ist. Vajrapani soll der letzte Buddha sein, der in dieser Welt erscheinen wird, er repräsentiert die konzentrierte Kraft aller Buddhas. 

Besonders in der Schule der Gelugpa [auch Gelbmützen genannt] wird er in einer Reihe mit Avalokiteshvara und Manjushri als erzengelartige Schutzgottheiten dargestellt, die Mitgefühl [Avalokiteshvara],  Macht [Vajrapani] und Weisheit [Manjushri] aller Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpern. 

Der Dharmapala Vajrapani  ist im Volksglauben der Regen- und Gewittergott und schützt gleichzeitig gegen Schlangenbisse. In der linken Hand hält er eine Fangschlinge. Sie dient dazu, die Widersacher des Buddhismus einzufangen und zu fesseln.

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