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11.9 Guru Nyima Oeser [2]

Padmasambhava Manifestation

Gesamtansicht Detail 1 Detail 2 Detail 3 Detail 4: Samantabhadra with Samantabhadri in Yab Yum

Eine der acht Erscheinungsformen Padmasambhavas, die sich auf die Stationen seines Lebens und auf seine verschiedenen Initiations-Namen beziehen, ist die als Siddha und Yogi, genannt Guru Nyima Öser der "Sonnenstrahl-Guru".

Im Padma Ka hi thang yig, seiner Biographie, die von Yeshe Tsogyal zusammengefasst wurde, werden die yogischen Kräfte beschrieben, die der kostbare Guru gemeistert haben soll. So beherrschte er die Kunst des ,,Essenz Saugens" (bcud len) aus den Elementen für Gesundheit und langes Leben; sowie die Kraft der übernatürlichen Sinneswahrnehmungen die innere Hitze, Schnell-Läufigkeit, Klarsicht, Leichtigkeit des Körpers. die Fähigkeit, Leben zu verlängern und endloses Wissen zu erfassen. Außerdem konnte er aus Sand und Steinchen ein Elixier herstellen, sowie Abfall und Leichenfleisch in reine Nahrung verwandeln.

Eine andere Errungenschaft war sein akrobatisches Können. Mit der Essenz voll Gold konnte er Leben verlängern, mit der Essenz von Silber Krankheiten vermeiden. Mit der Essenz von Perlen konnte er auf Wasser gehen; mit der Essenz voll Eisen neutralisierte er Gift; und durch da Einnehmen der Essenz von Lapislazuli erhielt er die Kraft der klaren Vision. Insgesamt konnte er tausend verschiedene Essenzen zum Wohl der Menschheit umwandeln. Einst erschien vor ihm der Medizinbuddha, der ihm den Nektar des ewigen Lebens zu trinken gab. Der Lotos-Geborene trank die Hälfte für seine Unsterblichkeit, die andere Hälfte verwahrte er in einem Stupa. Von nun an wurde er Padma, der „Siddha" genannt.

Der Name "Sonnenstrahl-Guru'' bezieht sich auf eine Episode seines Lebens, als er in der Form des "eintrinkenden Yogi oder Heruka die Sonne davon abhielt unterzugehen. Der Legende nach soll Padmasambhava in seiner Siddha-Gestalt eine Schenke aufgesucht haben, wo er nicht nur den gesamten vorrätigen Wein, sondern auch noch den aus der ganzen Nachbarschaft geleert haben soll. Nachdem er aber der Wirtin versprochen hatte, erst bei Sonnenuntergang die Zeche zu bezahlen, nagelte er mit Seinem Zauberdolch-Phurbu die Sonne zwischen Schatten und Licht fest. Nach sieben Tagen ohne Sonnenuntergang war das Land ausgedörrt und die Pflanzen vertrocknet. Die Leute beschwerten sich bitter beim König dass ein saufender Bettler Schuld diesem Unglück sei. Dieser sucht den Yogi auf und fragte nach seinen Gründen, in dieser Weise zu trinken. Er erwiderte, dass er kein Geld habe Um die Zeche zu bezahlen. Als der König ihm versprach für ihn die Rechnung zu begleichen, zog der Heruka seinen Phurbu aus der Erde und die Sonne konnte wieder untergehen.

Gewöhnlich wird Padmasambhava als Sonnenstrahl Guru in der Form eines Siddha dargestellt, der mit der linken Hand spielerisch die Sonnstrahlen festhält. Das vorliegende Bild weist dieses Merkmal nicht auf Dennoch lassen die übrigen ikonographischen Details, wie der Zauberdolch auf dem Tisch, darauf schließen, dass hier nicht irgendeine unbekannte Siddha-Figur vorliegt, sondern sehr wohl Guru Nyima Öser dargestellt wird. Ein Hinweis dafür ist die Erscheinung des "All-Guten" Adibuddha Samantabhadra in Umarmung mit der Großen Mutter'' Samantabhadri, die als Regenbogenlicht aus dem Scheitel des Siddha - Guru in den Himmel zu fließen scheint.

Nackt bis auf ein Tigerfell um die Hüfte, sitzt der Yogi-Meister auf einem Lotosthron. Vor ihm sind auf einem Tischchen Ritualgegenstände platziert, ein Schädel, eine Glocke, ein Damaru, sowie auch ein Phurbu. Sein langes Haar ist zum Teil zu einem Knoten aufgebunden. Er trägt den fünfteiligem Knochenschmuck, bestehend aus Schädelkrone, Ringen an. Armen, Händen und Füßen: Ohrschmuck, Brustschmuck und Gürtel. Die Krone dient ihm zur Verehrungsanweisung gegenüber dem Guru; der Ohrschmuck bewirkt Taubheit gegenüber Verleumdung, der Halsschmuck dient der Intonation des Mantra; die Ringe bewahren ihn davor, anderen Lebewesen Leid zuzufügen und der Gürtel bezweckt die Unterstützung der Weisheitsgefährtin.

Einer anderen Erklärung nach ist der Knochenschmuck Symbol der fünf Tathagatas und - in Verbindung mit Asche der Leichenstätte als sechsten Schmuck - Symbol für die sechs Vollkommenheiten. Die rechte Hand hält in der Drohgeste den Vajra zum Himmel.

Im linken Arm trägt der Sonnenstrahl Guru den magischen Kathvanga Stab mit Dreizack, Rasselringen und drei menschlichen Köpfen in verschiedenen Zuständen der Verwesung, trocken, feucht und frisch, als Symbol für die drei Erleuchtungskörper. Die linke Hand hält eine mit Elixir gefüllte Schädelschale, ein Symbol für Weisheit, große Wonne und Selbstopfer. Die Schädelschale umfasst in ihrer Symbolik das Absolute jenseits aller dualistischen Konzepte, auf relativer Ebene ist sie Symbol für die Vergänglichkeit.

Ein geschickter Yogi benutzt die Schädelschale mit transzendenter Bewegtheit "aus der er mit selbstlosem Vergnügen den einen Geschmack von Samsara und Nirvana trinkt", um in der Doha-Sprache der Siddhas zu sprechen.

Quelle: Dr. Andrea Loserie-Leick, Thangka Kalender 1998, Blatt November, Windpferd Verlag, Aitrang


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Maße: 60 x 45 cm
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Farbe: Farbige Version
Material: Natürliche Mineral Farben