Dharmapala Thangka CentreSchool of Thangka Painting


10.3 Milarepa

Szenen aus seinem Leben [3]

Gesamtbild 2. Thöpagas - der junge Milarepa - und seine Freunde treffen Lama Yangtön 3. Er verabschiedet seine Freunde 4. Auf dem Rückweg zu Lama Yangtön sammelt er Tiermist, den er im Feld des Lamas vergräbt. 5. Lama Yangtön schaut ihm mit Freude und Anerkennug vom Dach seines Hauses dabei zu 6. Er gibt dem Lama das geschenkte Gewand zurück und bittet um Unterweisung in schwarzer Magie 7. Thöpaga kommt zusammen mit Lama Yangtöns Sohn in Nub Khukung an 8. Sie treffen den jungen Lama von Nub 9. Thögpaga übt seine Magie aus; die Beschützer bringen ihm Köpfe von 35 Menschen 10. Die Gäste unterhalten sich auf dem Weg zur Hochzeitsfeier 11. Eine Dienerin sieht den Stall voller Skorpione. Die Pferde schlagen aus Angst die tragenden Säulen des Hauses aus ihrer Verankerung 12. Onkel und Tante beklagen das Geschehen 13. Thögpagas Schwester läuft zur Mutter, um ihr die Neuigkeit zu berichten 14. Die Mutter freut sich über die Zeichen von Thöpagas Zauberkraft. Sie bindet einen Lappen an einen Stock und schwenkt ihn hin und her 15. Eine Dienerin unterrichtet Nyangsta Kargyen über die Pläne von Onkel und Tante, sie und ihren Sohn umzubringen 16. Ein Yogi bettelt vor der Haustür 17. Nyangsta Kagyen bittet ihn, ihr als Bote zu ihrem Sohn zu dienen 18. Thöpagas Mutter benutzt eine Butterlampe zum Wahrsagen 19. Sie versteckt Gold unter einem schwarzen Flicken im Umhang des Yogis und übergibt ihm einen Brief für Thöpaga 20. Ihr Bruder erhält von ihr einen gefälschten Brief von Thöpaga mit Drohungen gegenüber ihren Feinden, damit er ihn den Bewohnern des Dorfes zeigt. 21. Der Yogi gibt Thöpaga den Brief von seiner Mutter 22. Thögpaga liest den Brief seiner Mutter 23. Thöpaga bittet den Yogi herein 24. Die Frau des Lamas reicht dem Yogi einige Erfrischungen und bittet ihn um seinen Umhang
Diese hochentwickelte und elegante Malerei stammt aus einer berühmten Serie von 19 Thangkas über das Leben des Milarepa, welche die Sven Hedin-Expedition 1930 in Beijing erlangte. Diese Serie folgt den biographischen Details aus den Werken Das Leben des Milarepa und Die Hunderttausend Gesänge des Milarepa. Sie stellt einen Höhepunkt in der Entwicklung eines der Hauptstile der tibetisch-biographischen Malerei dar. Bei diesem Stil wird das Bildnis des Lama oder Meisters als große Figur im Zentrum plaziert und mit Szenen aus seinem oder ihrem Leben, die sich vor einer Landschaftskulisse entfalten, umgeben.

Hier, im dritten Thangka dieser Serie, sitzt Milarepa vor einer aus Blättern geformten Höhlenlaube; seine Hände ruhen in der Geste der Meditation flach auf seinem Schoß. Seine weißen, mit goldenen Blumenmustern verzierten Baumwollgewänder wallen in fließender Linie über seinen vollendet proportionierten Körper. Sein Gesicht ist von außergewöhnlich lyrischer und idealistischer Schönheit. Die Qualität von Linie und Farbe scheint das gesamte Bild jenseits des Realen anzusiedeln, doch die lebendige Handlung der Figuren und die fesselnden narrativen Details der Ereignisse in jeder Milarepa umgebenden Szene treten dem idealisierten Aspekt des Stils entgegen und halten das Werk in der Realität verwurzelt. Dies spiegelt ein beständiges Prinzip in der buddhistischen Kunst wider; wie die Lehre selbst, gibt sie diese Welt nicht auf, sondern zieht aus freien Stücken vor, sich auf sie einzulassen.

Jede Szene ist deutlich beschriftet, ihre Abfolge gehorcht einem kompositorischen Schema, das auf der unteren linken Seite beginnt und sich nach oben hin bewegt. Die Szenen hier stellen, wie es Toni Schmid in einer meisterhaften Studie ausgearbeit hat, eine Zeit in Milarepas Leben dar, bevor er sich der buddhistischen Praxis zuwandte. Milas Vater starb, als er erst sieben Jahre alt war. Milas Mutter und ihre beiden Kinder wurden daraufhin durch einen habgierigen Onkel väterlicherseits und dessen Frau um ihr Erbe betrogen. Schließlich schickte die Mutter Milarepa aus, die schwarze Magie zu erlernen, um an Onkel und Tante Rache nehmen zu können. Mila hatte mit seiner Magie Erfolg. Wie auf der rechten Seite des Thangka zu sehen ist, gelingt es ihm, das ehemalige Elternhaus zu zerstören, wobei die meisten Mitglieder aus der Familie des Onkels getötet werden. Als die Dorfbewohner auch weiterhin seine Mutter bedrohen, erzeugt er einen Hagelsturm, der ein Feld seines Onkels zerstört. Die Handlung ist hier auf zwei getrennten Ebenen zu sehen: Links unterhalb der Hauptfigur Mila, der in seiner kleinen Zelle den Hagelzauber ausführt, und der heraufbeschworene Hagelsturm, der in der oberen rechten Ecke wütet. Mila und ein Freund machen sich auf den Weg, um den Hagelsturm aus einer nahegelegenen Höhle zu beobachten. Zornige Dorfbewohner erkennen ihn jedoch, ergreifen ihre Waffen und jagen ihm nach. Diese Werke schwarze Magie riefen später in Milarepa starke Gewissensbisse hervor. Er war der Überzeugung, daß er dafür in der Hölle büßen müsse, und suchte deshalb nach spiritueller Führung. Nachdem er seinen Hauptlehrer, den Übersetzer Marpa, gefunden hatte, widmete er sich ganz der spirituellen Praxis.

Figuren, Landschaft und Häuser mischen sich und schaffen so die Handlungselemente. Grüne und rosafarbene Wolken, blaue und grüne, goldgeränderte Hügel und Baumgruppen tragen dazu bei, die verschiedenen Szenen von einander zu trennen. Eine schlichte, farbenfrohe Architektur und fließend abgestufte Lavierungen von Grün erzeugen die unschattierten Flächen der geräumigen Kulisse. Die lyrische Schönheit der fließenden Linie vereinigt sich mit der scharfen Realität der klaren, glänzenden Farbe und der harmonischen Gegenüberstellungen der Figuren und Landschaften, um so die schöne Synthese zu erschaffen, die diesen Stil charakterisiert.

EigenschaftWert
Maße: 60 x 92 cm
Preis: auf Anfrage
Versand: Paketversand aus Nepal oder Deutschland
Farbe: Farbige Version
Material: Natürliche Mineral Farben