Die liebende Weisheitsmutter Sherab Chamma , im tibetischen auch »Thugje Chamma« oder »shes rab byams ma»« genannt [die »liebende Mutter des Mitgefühls«], wird in der Yungdrung Tradition des Bon als Gyalyum [»rgyal yum«, die Mutter aller Buddhas, bezeichnet. Sie ist die Vollkommenheit der Weisheit. In der budd. Tradition Indiens ist Chamma als Prainaparamita und als Tara, die »Befreierin«, bekannt.
In den Bon-Quellen werden fünf Arten von Prajnaparamita unterschieden, die in 360 Bänden abgefasst sind. Sie wurden von dem berühmten Schatzfinder »Terton Shenchen Luga« [996 - 1035] in Dritsam Thakar in der Provinz Tsang aufgefunden. Das Tantra der Chamma, wurde von »Trotsan Druglha« [956 - 1077] wiederentdeckt.
Im Bon Pantheon ist Chamma unter den »Vier Haupt Sugatas« gereiht, die für die spirituelle Entwicklung der Menschen verantwortlich zeichnen. Sie sind auch als die "vier friedvollen Gottheiten" bekannt. Diese sind:
In der Sprache von Zhangzhung ist die große Göttin als »Satrig Ersang« bekannt, wobei Sa trig das Zhangzhung-Wort für »Weisheit« [»shes rab«] ist. In der alten zentralasiatischen Tazig-Sprache ist sie Ardvi Sura Anahita. Im Srid pa mdzod phug, einem Bonpo-Abhidharma-Text mit einem Kommentar von Dranpa Namkha von Zhangzhung auch als "Königin des Wassers" bezeichnet.
Als der karmische Wind über das Weltenmeer blies, entstand eine Blase in der Größe eines Pavillons auf der Wasseroberfläche. Darin befand sich ein Ei aus blauem Licht. Als das Ei aufbarst, erschien eine blaue Türkisfrau, die mit ihrer strahlenden Schönheit den Schöpfergott Sangpo Bumtri so betörte, dass er sie »Königin des Wassers« nannte und sich mit ihr verband. Der Kult der Göttin breitete sich von den Grenzen Chinas bis in den Nahen Osten und das Mittelmeer aus, wo sie zur Zeit der Griechen und Römer als Ishtar, Isis, Aphrodite und Urania in Erscheinung trat.
Zahlreich ist die Literatur zur Chamma in den Bon Quellen. Im dritten Band des »bKa' 'gyur rgyud sde'i skor« findet sich ausreichendes Sadhana-Material zur Großen Mutter Cyum chen mo. Darin wird ihr grundlegendes Mandala beschrieben. Denn sie erscheint entweder in fünffacher Form, oder - wie die buddhistische Tara - in achtfacher Form, wobei jede einzelne eine bestimmte Gefahr abzuwenden vermag.
Auf diesem Rollbild erscheint die »liebende Weisheitsmutter« im fünffachen Mandala. Im Zentrum befindet sich die große Chamma, »die Mutter, die die Erleuchteten der drei Zeiten erschafft«, aus dem Mandala des höchsten Jina: Sie steht in Tanzpose auf einer Mondscheibe, die aufrecht auf einem Sonnenmandala erscheint. Darunter befindet sich ein blauer Lotus auf einem von Löwen gestützten Thron. Ihre Körper strahlt in rotgoldenem Licht und ist mit kostbaren Juwelen geschmückt.
Auf dem Kopf trägt sie ein mit Schädeln und Edelsteinen verziertes Diadem, das zu einem Knoten aufgebundene Haar wird von einem goldenen Netz gehalten. Ihr Gewand besteht aus farbigen Röcken und grünen Schleiern. In der linken Hand hält sie einen Lotusstengel, in dessen Blüte ein Zauberspiegel ruht. In der rechten Hand führt sie eine goldene Vase zum Herzen.
In den vier Ecken des Bildes erscheinen die vier Begleiterinnen ihres Mandalas:
Alle vier Göttinnen sind zweiköpfig und achtarmig dargestellt.
Darüber erscheint als zentrale Gottheit der Muttertantras der »Letztendliche, höchst geheime der Muttertantras«, auch »gSang mchog rgyalpo«, der »höchstgeheime König« genannt. Als Meditationsgottheit erscheint er in dunkelblauer Körperfarbe mit sechzehn Armen und sieben Köpfen. Jede seiner sechzehn Hände hält ein Kapala gefüllt mit Blut und einem frischen Herzen. Ein großes Flügelpaar schmückt seinen Rücken. Er umarmt seine Gefährtin Kyema Marmo, die von roter Körperfarbe ist.
Quelle:
Dr. Andrea Loseries-Leick, Thangka Kalender 2000, Juni, Windpferd Verlag, Aitrang, Deutschland
| Schwarzgrund Version |
| Eigenschaft | Wert |
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| Maße: | 45 x 62 cm |
| Preis: | auf Anfrage |
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| Farbe: | Farbige Version |
| Material: | Natürliche Mineral Farben |