Dharmapala Thangka CentreSchool of Thangka Painting


3.47 Ratnasambhava [2]

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p>Das Original ist eine Arbeit eines nepalesischen Künstlers aus der ersten Hälfte des 13. Jahrh. Es gehört dem Los Angeles County Museum of Art, Sammlung Nasli und Alice Heeramaneck, Größe: 41,0 x 32,9 cm

Das kleine Format und die außergewöhnliche feine Detailzeichnung dieser Malereien nimmt die Qualität der Grünen Tara des Cleveland Museum of Art bei der die Meisterschaft dieser Bilder ihren Höhepunkt erreichte, vorweg. Sie stammen aus einer Tathagata Serie die usprünglich fünf Thangkas umfasste. Man hat den Eindruck, dass sie von einem Künstler geschaffen wurden, der Erfahrung mit der Technik der Miniaturmalerei für Palmblattmanuskripte besaß und seine Malweise einfach direkt auf diese kleinen Thangkas übertrug, ohne sie für dieses größere Bildformate zu modifizieren. Selbst unwesentliche Details sind nicht allein vor ihrer reinen handwerklichen Ausführung her, sondern auch in ihrer künstlerischen Feinheit vollkommen. Alles ist von einer inneren Energie erfüllt, welche auch die kleinsten Details durchdringt, was sich nicht nur bei den bedrohlichen Löwen, dem üppigen Rankenwerk, dem wütenden Garuda und den sich ängstlich duckenden Schlangengottheiten äußert, sondern auch bei den stehenden Bodhisattvas, bei denen durch einen leicht gehobenen Fuß die ihrer Haltung inhärente Bewegung zum Ausdruck gebracht wird.

Gleichzeitig sind die Hauptfigur und ihre engsten Begleiter von einer großen Sensibilität durchdrungen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man, dass viele der einfarbigen Flächen von miniaturhaften, schwarzen Dekorzeichnungen belebt sind, die so dicht sind, dass sie mitunter die ganze Fläche leicht tönen [zum Beispiel das Rot um den Nimbus der Hauptgottheit]. Die Figuren besitzen eine fast mit Puppen vergleichbare Anziehungskraft und die Gesamtwirkung der Komposition beruht mehr auf dem fein verzierten ornamentalen Detail als auf der monumentalen Form wie beiden indisch inspirierten Thangkas.

Diese Serie unterscheidet sich durch zahlreiche Einzelheiten von den indisch geprägten Tathagata-Malereien jener Zeit. In diesen drei Bildern sitzen die Buddhas nicht vor einem einfachen Rückenkissen mit lediglich angedeuteter Rückwand oder mit einem torana, sondern auf architektonisch gestalteten Thronen mit kunstvollen, von kompliziert geformten toranas bekrönten Rückwänden. [...] Interessant ist, dass die Wesen, die die Querbalken tragen, von Bild zu Bild variieren, obgleich sonst die meisten Details gleich bleiben. [...]

Auch die Kleidung der Tathagatas und der stehenden Bodhisattvas unterscheidet sich von derjenigen in der früheren Serie. Die dhotis der Tathagatas sind enger und manchmal tritt ein durchgehendes Muster anstelle des gestreiften Dekors auf. Ihre Gürtel sind enger und sitzen tief unterhalb der Taille, der Schal folgt den Schulterkonturenund füllt hinter den Armen der Gottheiten herab. Kronen, Arm- und Fussreifen weisen tropfenförmige anstelle dreieckiger Motive auf. Den großen Armringen über den kreisrunden Armreifen fehlen die zusätzlichen Ziergehänge. Stattliche Ohrreifen ersetzen einfache Ringe, doppelte Perlenketten haben die früheren Halsbänder abgelöst und sind durch einen komplizierten Halsschmuck mit Girlanden- und Quastenzierrat bereichert.

Die stehenden Bodhisattvas tragen ähnlichen Schmuck, doch ist er nicht ganz so reich. Über bunt gemusterten Untergewändern haben sie lange, durchsichtige Beinkleider gezogen. In kunstvollen Faltenhängen fünf lange Schärpen neben den Beinen herunter, wobei drei vorne und an der Seite an einem Gürtel befestigt sind. Eine lange Gewandschärpe bildet über den Hüften eine Schleife und ist in eng gezogenen Knoten an den Seiten zu einem Gürtel geknüpft.

Auch in Bezug auf Anzahl und Haltung der sitzenden, zuhörenden Bodhisattvas treten Unterschiede auf. Auf unseren Bildern sind es sechs statt der sonst üblichen acht oder zehn Figuren und sie sitzen in einer frontalen, halben Lotosstellung. Die meisten lehnen sich nicht nach vorne und bilden mit beiden Händen eine mudra, sondern stützen sich mit einem Arm auf ihren Lotosthron. Die stehenden Bodhisattvas beiderseits der Tathagatas variieren: Bei Ratnasambhava sind es ein roter Manjushri und ein weißer Avalokiteshvara [...]

Die Darstellung von je vier Gottheiten in einem Register zu beiden Seiten des Garuda ganz oben im Bild ist ohne Vorbild. Offenbar galten Vierergruppen generell als Glück verheißend. Über diesem Bild findet man solche Gruppe nicht nur in den beiden oberen Registern, sondern auch bei den Bodhisattvas [drei sitzend, einer stehend] zu beiden Seiten der Hauptgottheit.

Die ikonographische Beziehung der Gottheiten in den Registern am oberen Bildrand zum zentralen Tathagata ist nicht klar,noch ist sie für jede Serie nach dem gleichen Schema festgelegt. Ihre Identifizierung hat sich häufig als sehr schwierig erwiesen. In nicht wenigen Fällen kann lediglich ihre Farbe, die Anzahl der Hände und Köpfe und das jeweilige Attribut bestimmt werden. Im Ratnasambhava- Thatgatha gilt es zwei Gruppen zu vier Tathagatas [Ratasambhava ist dabei nicht nochmals dargestellt].

Quelle: "Geheime Visionen - Frühe Malerei aus Zentraltibet, Steven M. Kossak und Jane Casey Singer. Seite 136 des Ausstellungskatalogdes Museum Rietberg, Zürich, 14. Feb. bis 16. May 1999. Vorher imMetropolitan Museum of Art, New York, 6. Okt. 1998 - 17. Jan1999, Übersetzung aus dem Englischen: Michael Henss.

Andere Version


EigenschaftWert
Maße: 49 x 65 cm
Preis: auf Anfrage
Versand: Paketversand aus Nepal oder Deutschland
Farbe: Farbige Ausführung
Material: Natürliche Steinfarben
Download: Hohe Auflösung [1.3 MB, 1817 x 2300 px.]