Dharmapala Thangka CentreSchool of Thangka Painting


2.11 Grüne Tara [2]

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Dieses Bild führt den Meditierenden schrittweise zu seinem Ziel dem "Sunyata", dem Zustand der absoluten meditativen Leere.


  1. Der Meditierende stellt sich die Opfergaben vor, die er der Göttin Tara darbringen möchte. Auf dem Bild sind sie unten in der Mitte in Form von Wunschjuwelen zu erkennen.

  2. Danach bittet der Meditierende die Göttin, sich zu zeigen. Im Zentrum erscheint daraufhin die Grüne Tara in einer Strahlenaura und wendet sich dem Betrachter zu.

  3. Der Meditierende stellt sich eine Schatzvase [kalasa] vor, um seine Gebete und Gaben zu Göttin empor zu tragen. Sie ist auf dem Bild unterhalb der Tara Aura zu erkennen. Sie erscheint aus einer Ansammlung von Wunschjuwelen. Auf ihrer Öffnung steht ein Rad der Lehre, farbige Lichtbündel strömen aus ihr in Richtung auf die Göttin hinaus. In der Strahlenaura der Göttin lösen sie sich auf. Diese Auflösung symbolisiert die Annahme der Opfergaben durch Tara.

  4. Die Verehrung der Göttin durch den Meditierenden visualisiert Götter und Göttinnen, die ihrerseits [im Namen des Meditierenden] Tara verehren. Unterhalb der Strahlenaura erkennt man acht Devas und Devis, die Tara mit weiteren Opfergaben huldigen.

  5. Der Meditierende erreicht sein Ziel und vereinigt sich in seiner Meditation geistig mit der Göttin. Dabei erkennt er sie als Leerheit aller Erscheinungen [Sunyata]. Das Grün ihrer Gestalt verwandelt sich hinter ihren ausgesendeten Lichtstrahlen in tiefe Dunkelheit.

  6. In tiefer Versenkung erkennt der Meditierende nun den Urheber seiner erreichten Vision, den transzendenten Buddha Amitabha. Diese Erkenntnis betätigt die Echtheit seiner Vision, ohne die keine karmisch befreiende Wirkung eintritt. Amitabha ist oberhalb der Strahlenaura Taras am oberen Bildrand in der Mitte abgebildet. Auch ihm stehen rechts und links Devas und Devis zu Seite.

  7. Zum Dank erhält schließlich Tara vom Meditierenden das Rad der Lehre [Dharmachakra]. Er bringt damit um Ausdruck, dass er sie als Lehrerin des Dharma verehrt. Das bereits erwähnt Rad steht auf der Spitze der Schatzvase unterhalb der Strahlenaura der Grünen Tara.

Das Bild zeigt gleichzeitig die oben erläuterten sieben ineinander übergehenden Stationen der Meditation. G.W. Essen und Tsering Tashi Thinga stellen das Original dieses Bildes in ihrem Buch "Die Götter des Himalaya [Prestel Verlag, München 1989] vor. Es stammt aus Osttibet und entstand um 1740. Sie weisen daraufhin, das es sich nach Auskunft des verstorbenen XVI. Gyalwa Karmapa bei diesem Thangka um ein Werk des Situ Chökyi Djungne [1700 -1774] handelt.

Er war der achte reinkarnierte Abt des Klosters Palpung in Derge [Ost Tibet] und ist bekannt als der große Meister der Karmagardi Malschule [kar-ma-sgar-bris], die einen eigenen tibetischen Malstil entwickelt hat und im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert in schriftlichen Quellen als einer der wichtigsten Stile der tibetischen Kunst bezeichnet wird. Die meisten bedeutenden Künstler dieses für seine charakteristischen Farben und Schattierungen bekannten Stils waren Karma Kagyüpas aus Kham und Amdo.


EigenschaftWert
Maße: 24.0 x 38.0 cm
Preis: auf Anfrage
Versand: Paketversand aus Nepal oder Deutschland
Farbe: Schwarzgrund
Material: Natürliche Steinfarben