Vajrakila Thangka

Zustand des Rollbildes vor der RestaurierungDieser ca. 150 bis 200 Jahre alte Thangka war vor Beginn der Restaurierung in einem sehr schlechten Zustand. Das ganze Thangka war verzogen und verknickt, besonders der obere Teil des Stückes war stark zerstört: das goldfarbene Obergewebe war völlig ausgefallen und im Futter befanden sich zahlreiche Löcher und Risse

Am unteren Rand dieser Seite finden Sie drei Links bei denen Sie die Details der Restaurierung nachverfolgen können.

Zur Ikonographie des Thangkas
Vajakila [auch Guru drag-mar] ist eine tantrische Erscheinungsform von Guru Padmasambhava. Wesentliches Merkmal ist der Unterkörper der Gottheit, der in einem magischen Dolch [tib.: Phurbu] endet.

Der Kult des magischen Dolches mit dem Vajragriff [tib.: Dorrje phurbu] und die damit verbundenen Bannungsriten zur Unterwerfung von Dämonen sollen erstmals von Padmasambhava in Tibet eingeführt worden sein.

Der zornvolle rote Guru erscheint in einer Aureole von lodernden Flammen, sein ockergelbes, hochstehendes Haar ist von der fünffachen Schädelkrone und Ratnasymbolen bekrönt. Über den Rücken geschlagen trägt er eine Elefantenhaut, und als Schmuck trägt er Knochenperlenketten [tib.: Rus-rgyan] und eine Schlangengirlande. Weiter herab hängt eine Totenkopfgirlande [tib.: Mi-mgo phreng-ba].

Als Attribute hält Vajtrakila in der rechten Hand einen goldenen Vajra und in der linken einen Skorpion. Der Skorpion als eine tantrische Manifestation des Vajrapani soll einst Padmasambhava auf einem Friedhof in die geheimen Lehren eingeweiht haben.

Der Unterkörper besteht aus einem dreischneidigen Dolch [Kila], der vom Maul eines Makarageschöpfes gehalten wird. Der Makara ist Oberhaupt über das Wasserelement und beherrscht die Nagas oder Schlangendämonen als Bewohner der Seen und Flüsse. In diesem Thangka verkörpert Padmasambhava als Guru Drag-dmar zugleich die von ihm eingeführten Lehren der Gottheit Vajrakila. Der rote Guru und die Gottheit des magischen Dolches sind hier zu einer Synthese zusammengeschmolzen worden.



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