Restaurierung alter Thangkas

Ablauf einer Restaurierung am Beispiel eines ca. 200 Jahre alten Thangkas der Grünen Tara

Green Tara Thangka vor der Restaurierung [1]
Der früher einmal in einen Brokatrahmen eingenähte Bildteil eines Thangkas mit der Darstellung einer Grünen Tara weist starke Gebrauchsspuren vom Auf- und Entrollen, nämlich Knicke und Brüche in Malschicht und Malgrund auf, einem leinwandbindigem Baumwollgewebe. Auf der gesamten Bildfläche finden sich Wasserränder, wahrscheinlich von Regentropfen sowie Farbabrieb.

Zustand des Rollbildes vor der Restaurierung [2]
Besonders im oberen Bereich sind bereits Teile des Grundgewebes ausgebrochen und Fehlstellen entstanden. Im rechten Ausschnitt sind diese bereits behoben.

Rückseite

Die Rückseite war übersät mit kleinen pflasterähnlichen aufgeklebten Gewebestücken. Der Klebstoff war stark haftend, weiß, dick und nicht wasserlöslich, wahrscheinlich ein Vinylkleber. Diese alten Reparaturen konnten mit Hilfe von Lösungsmitteln entfernt werden.

Die Sicherung des fragilen Bildträgers erfolgte in zwei Schritten:
Da die Ausbrüche später wieder aufgebaut und retuschiert werden sollten, war es erforderlich partiell mit Gewebe zu unterstützen, um die Struktur anzugleichen.

Mit einem natürlichen Kleister aus einer asiatischen Wurzel wurde im oberen Bereich des Bildes ein braunes Gewebe rückwärtig aufgeklebt.
Anschließend wurde zur allgemeinen Unterstützung ein leicht transparentes Japanpapier ganzflächig auf die Rückseite darüber aufgebracht.

Zustand des Rollbildes nach der Restaurierung


Restaurierung der Farbschäden im Detail

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