Kinderhilfe Nepal e.V.
- Rundbrief September 2000 -
Liebe Freunde,

hier ein kurzer Zwischenbericht aus Kathmandu mit den letzten Spendenquittungen für 1999. Viele Spender möchten schon im Januar ihre Steuererklärung machen und werden ungeduldig. Für sie gibt es eine erfreuliche Nachricht: bis Ende 1999 waren wir, was diese Quittungen betrifft, auf das Hauptamt Frankfurt angewiesen. Seit dem 1. Januar 2000 ermöglicht ein neues Gesetz unserem Verein sie selbst auszustellen. Eine Regelung, die unsere Arbeit erleichtern sollte und uns die Möglichkeit gibt, flexibler zu sein. Unser Aufenthalt in Kathmandu hat uns erlaubt, eine neue Betreuerin einzustellen. Erst arbeitete eine junge Frau in unserer Anwesenheit, deren komplizierte und sehr undurchsichtige Mentalität zu der Großfamilie von "Children´s World" aber nicht paßte.

Kadambari, die für diese Stelle großes Interesse zeigte, kam auf Besuch. Sie konnte sich aber in das Leben des Kinderhauses auch nicht integrieren. Nepalesische Kinder sind langsamer und passiver als indische oder europäische Kinder und Kadambaris Geduld wurde von vorn herein "strapaziert". Dazu hätte ihre überstarke Persönlichkeit Khim nicht erlaubt, seine Stellung zu halten. Deshalb haben wir uns mit ihm geeinigt, Furba Lama, 25, einzustellen. Sie ist Nepalesin, ist aber in Darjeeling, Indien, aufgewachsen und spricht sehr gut English. Sie hat die nötige Authorität auf die Kinder und ist gleichzeitig fähig, ihnen eine liebende Mutter zu sein. Khim und sie arbeiten jetzt harmonisch zusammen und das Projekt läuft endlich, wie wir uns das wünschen. Den Kindern geht es gut, auch wenn Raj Kumar wie immer unter dem kalten Winter leidet.

Das Leben der meisten Nepalesen bleibt sehr schwer. Wenn der Familie jeden Abend ein Teller Reis mit einer wässrigen Linsensoße zur Verfügung steht, sind die Eltern schon zufrieden. Ein bisschen Gemüse dazu ist schon Luxus. Immer mehr Kinder werden zum Betteln geschickt und, obwohl auch in Nepal Kinderarbeit verboten ist, werden die Nepalteppiche nach wie vor heimlich von vielen Kindern geknüpft und sozusagen jeder Haushalt wohlhabenderer Familien wird - natürlich ohne Lohn - von Kindern unter zehn Jahren geführt.

Die meisten Kinder von "Children´s World" sind sich ihrer Chance bewusst, aber wer einmal in Nepal war, weiß, dass unsere Arbeit, die ohne Sie nicht zustande käme, nur ein Tropf in diesem Ozean der Misere ist. Gar nichts zu tun wäre die Alternative, aber das Lächeln der Kinder unseres Projektes erinnert uns daran, dass auch das keine Lösung wäre. Mit ihnen zusammen bedanken wir uns bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung und melden uns in Mai wieder.

Ganz herzliche Grüsse,

Elisabeth Montet - Uwe Pohlig