Mineralische und vegetarische Pflanzenfarben
Für den weitaus überwiegenden Teil der heute auf dem Markt angebotenen Thangkas werden chemische Farben verwendet. Diese Farben sind preislich wesentlich günstiger und die damit gemalten Rollbilder können so zu deutlich geringeren Preisen angeboten werden. Seit 1979 benutzen wir bereits zu 75 % natürliche Mineralfarben, 25 % der restlichen Farben waren damals noch chemisch. Um höchste Qualität der Thangkas garantieren zu können wurden ab 2011 nur noch natürliche Farben verwendet. Im Dharmapala Thangka Centre gibt es keine Kompromisse in Hinblick auf die Qualität der Rollbilder wie z.B. der Einsatz von chemischen Farben.

Farbe ist das auffälligste Merkmal vieler Mineralien. Einige haben immer eine ähnliche Farbe wie z.B. Gold, während andere Mineralien in allen Farben vorkommen. Die Zusammensetzung ihrer Elemente bestimmt die Farbe. Mineralien einer inhärenten Farbe besitzen wesentliche Elemente, die ihre Farbe bestimmen. Viele Mineralien gibt es auch in verschiedenen Farben und einige Mineralienfarben sind identisch mit anderen Mineralien. Um die Eigenschaften der Mineralien zu verstehen ist es wichtig zu wissen, was die Farbe verursacht.

Bestimmte Mineralien zeigen eine Farbveränderung, wenn sie Licht, Wärme, Strahlung ausgesetzt werden. Z.B. verwandelt sich Rot bei wiederholter Belichtung in Gelb. Ebenso sind Mineralien, die hauptsächlich aus den Elementen Aluminium, Natrium und Kalium bestehen, meist farblos oder nur sehr leicht gefärbt. Allerdings können Mineralfarben auf verschiedene Weise künstlich verstärkt werden, besonders wenn sie als Edelsteine verwendet werden sollen. Viele Mineralien werden in Form von gemahlenen Pigmenten verwendet.

Die Farbe Schwarz wird aus Kohlenstaub gewonnen. Dunkelblau stammt vom Lapislazuli und hellblau vom Azurit. Für Gelb wird Puderpyrit verwendet. Rot stammt vom pulverisierten Hämatit. Pulverisierter Malachit ergibt Grün. Weiß ist pulverisiertes Diatomit. Es ist auch möglich Mineralienfarben durch Pigmente aus Gemüse oder Pflanzen zu ersetzen. Die Hauptpigmente sind Chlorophylle, Carotinoide, Flavonoide und Betalains. Aus diesen Pigmenten werden Grün, Orange, Rot, Gelb, Rosa und Blau gewonnen.

Im Dharmapala Thangka Centre werden meist Mineralfarben und nur seltener Pflanzenfarben benutzt. Der Prozess der Herstellung von der Farben ist sehr aufwändig. Die Pigmente werden mindestens fünf Tage lang manuell gemahlen. Nachdem dieser Mahlprozess abgeschlossen ist, wird das feine Farbpulver mit Leim und Wasser vermischt, um eine flüssige Farbe zu bilden, die in Bambusrohren gelagert wird. Diese Rohre werden luftdicht verschlossen und in der Sonne getrocknet. Nach dem Trocknen werden die Rohre aufgeschnitten. Die groben Teile der Farbpigmente haben sich dann am Boden der Rohre angesammelt. Nur die feinen Farben im oberen Teil darüber werden verwendet.
Um ein Abbröckeln der Farben im Laufe der Zeit auf dem Malgrund zu verhindern werden sie bevor sie verwendet werden mit Yak Leder Leim vermischt.

Thangkas mit natürlichen Farben leuchten intensiver und schaffen dank ihrer Transparenz eine gewissen Dreidimensionalität. Die Farben verändern sich im Laufe der Jahre auch durch den Einfluss von Tageslicht nahezu überhaupt nicht. Machen Sie sich selbst ein Bild der Wirkung durch diesen Vergleich, der den Unterschied der beiden verschiedenen Farben eindrucksvoll verdeutlicht.

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