10.9 Milarepa the great Tibetan saint
Milarepa, der große tibetische Heilige
This painting belongs to a set of nineteen Milarepa paintings which was created by Dharmapala Thangka Centre
Dieses Bild gehört zu einer Serie von neunzehn Milarepa Thangkas des Dharmapala Thangka Centre.

24 x 36.8 inches | 60 x 92 cm

This painting depicts scenes of Milarepa's intense contemplative practice of the teachings he received from Marpa The large central figure of Milarepa, positioned with slight asymmetry, reflects the circumstances of this stage in his life. He is shown as a gaunt ascetic with grey-green skin, a shade resulting from his diet of nettle soup, which was the only food he took during a period in his early meditation retreats.

Scenes from this interesting time of Milarepa's life in the caves are set within the crisscrossing diagonals of the hilly composition. At this juncture, Mila is about to begin an important meditation period. He has left the house of his teacher, Marpa, and has returned to his home region, where he has found that his mother has died and that his family´s home and religious books are in dismal neglect. He is destitute and begs for food.

In his wandering he comes upon the tent of his aunt, where he is beaten up and bitten by a dog. Later he goes to his uncle's house and is chased away by his uncle, who tries to shoot him with a bow and arrow. Following this, Mila spends some time in a cave, where he is given some provisions by his remorseful aunt. She asks for his property and he gives it to her. In a series of scenes at the center left, various hunters and thieves come upon him during his two years' meditation in the cave.

His sister, who has not seen him for years and who herself has become destitute, hears about Mila and goes to see him. A sequence of scenes in the upper left corner portray his meetings with her. When she first saw him she was frightened, thinking she saw a ghost. Horrified by his nakedness, on a later occasion she brings him cloth.

He makes coverings for his hands and feet from the cloth. As he shows her these strange garments, he tries to convert her by telling her one need not be ashamed of nakedness, but of evil thoughts and deeds.

It is during this period that Mila opens the scroll Marpa gave him at parting. Following its Instructions, he makes advances in his meditation and attains the ability to fly. Below, he is seen flying by a relative plowing his field. As Mila leaves the caves of this formative period in his life, he drops his clay pot and the nettle shell rolls out.

Diese Malerei stellt Szenen dar, in denen Milarepa intensiv die Meditationspraktiken ausübt, die Marpa ihn lehrte. Die große zentrale Figur des Milarepa, in leichter Asymmetrie positioniert, spiegelt die Umstände dieses Lebensstadiums wider. Wir sehen ihn als hageren Asketen mit graugrüner Haut, die von seiner Nesselsuppen-Kost herrührt, der einzigen Nahrung während einer Phase seines Rückzugs in die Meditation.

Szenen aus dieser interessanten Zeit, in der Milarepa in Höhlen lebte, sind innerhalb der kreuz und quer laufenden Diagonalen der hügeligen Komposition angeordnet. Mila ist in seinem Leben an einen Wendepunkt gelangt und steht kurz vor einer wichtigen Meditationsperiode. Er hat das Haus seines Lehrers Marpa verlassen und ist in seine Heimatregion zurückgekehrt, wo er entdecken mußte, daß seine Mutter mittlerweile verstorben war und sein Elternhaus und die religiösen Schriften ganz vernachlässigt waren.

Als er, mittellos, um Nahrung bettelnd umherirrt, stößt er auf das Zelt seiner Tante, wo er verprügelt und von einem Hund gebissen wird. Später gelangt er zum Haus seines Onkels und wird von diesem, der ihn mit Pfeil und Bogen zu erschießen versucht, vertrieben. Anschließend verbringt Mila einige Zeit in einer Höhle, wo er von seiner reuevollen Tante mit Vorräten versorgt wird. Sie verlangt dafür seine letzten Habseligkeiten, die er ihr gibt. In einer Szenenfolge links von der Mitte stoßen Jäger und Diebe auf ihn, als er zwei Jahre in der Höhle meditiert. Seine Schwester, die ihn jahrelang nicht gesehen hat und selbst mittellos geworden ist, erfährt von Mila und macht sich auf den Weg zu ihm. Eine Sequenz von Szenen am linken oberen Bildrand stellt seine Begegnungen mit ihr dar. Als sie ihn das erste Mal sieht, erschrickt sie: Sie hält ihn für einen Geist.

Über seine Nacktheit entsetzt, bringt sie ihm später ein Stück Tuch. Er aber fertigt daraus nur Überzüge für seine Hände und Füße an. Als er ihr diese seltsamen Kleidungsstücke vorführt, versucht er sie mit der Belehrung zu bekehren, daß man sich nicht der Nacktheit, sondern schlechter Gedanken und Taten schämen müsse. In dieser Zeit öffnet Mila auch die Schriftrolle, die Marpa ihm beim Abschied gab. Er folgt den niedergeschriebenen Anweisungen und erzielt damit Fortschritte in seiner Meditation; er erlangt sogar die Fähigkeit zu fliegen. Ein Verwandter, der gerade unterhalb der Höhle sein Feld pflügt, beobachtet ihn beim Fliegen. Als Mila diese Entwicklungsphase in seinem Leben abschließt und die Höhlen verläßt, stolpert er vor Schwäche und läßt dabei seinen Tonkochtopf fallen, aus dem die Nesselhülse herausrollt.


Description from "Tibet, its Buddhism, and its art" published 1996 by Harry N. Abraham, Incorporated, New York in "Wisdom and Compassion, the sacred at of  Tibet" Beschreibung aus Robert F. Thurman, "Tibet - sein Buddhismus und seine Kunst", in deutscher Fassung erstmals erschienen im Katalog zur Ausstellung "Weisheit und Liebe", der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

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